GARMIN EPIX / GPS-Uhr mit Kartenfunktion

Garmin EPIX
GARMIN EPIX

Gibt es im Bereich der GPS-Outdoor-Uhren eine „Eierlegende Wollmilchsau“ oder zumindest etwas, was sehr nahe an einen „Alleskönner“ herankommt?

Diese Frage trieb mich längere Zeit umher und bescherte mir unzählige Recherche-Stunden im Internet. Mittlerweile kann ich eine Antwort geben.

Ja – es gibt solch einen „Fast-Alleskönner“.

Der Fast-Alleskönner

Seit einigen Jahren hat GARMIN einige äußerst üppig ausgestattete GPS-Outdoor-Uhren im Programm.  Eine dieser Uhr sticht allerdings hervor – die GARMIN EPIX.

Die GARMIN EPIX hat im Segment der GPS-Outdoor-Uhren fast ein Alleinstellungsmerkmal. Bei der GPS-Navigation der GARMIN EPIX werden digitale Landkarten genutzt.

Eine vollwertige Kartenfunktion ist leider noch immer recht selten an einer „Uhr“, also einem Gerät, das man am Handgelenk trägt. GARMIN hat meines Wissens mittlerweile zumindest mit der FENIX 5 PLUS noch ein Gerät im Angebot, welches ebenfalls diese Kartenfunktion aufweist.

Die FENIX 5 PLUS

Auf den Markt kam die GARMIN EPIX vor einigen Jahren. Für mich persönlich völlig unverständlich, fristet die GARMIN EPIX seither ein relativ unbeachtetes Nischendasein.

Mit diesem Beitrag möchte ich die EPIX ein wenig aus Ihrem Schattendasein hervorholen …

Randnotizen

Ich bin seit knapp 3 Jahren stolzer Besitzer dieser tollen Uhr. Im Folgenden werde ich Euch schildern, was mich zum Kauf der GARMIN EPIX bewegte. Zudem erfahrt Ihr etwas über meine bisherigen Erfahrungen mit dieser Uhr.

Im Internet kann man eine Vielzahl sehr ausführlicher, informativer Seiten über die EPIX finden. Daher werde ich Euch am Ende meines Beitrages ein paar brauchbare Links nennen. Dort erfahrt Ihr die genauen technischen Details der Uhr.

GARMIN FORENNER 310 XT und GARMIN EPIX
310XT (links) und EPIX

GARMIN meets DerSchulle

Die Firma GARMIN hat schon lange einen sehr guten Ruf im Bereich der Navigationstechnik. Zudem tummelt sich GARMIN bereits seit vielen Jahren im Sportuhren-Segment.

Ich selber nutze seit 2008 GPS-Uhren von GARMIN. Mein erstes Modell war die grundsolide FORERUNNER 305. Später legte ich mir noch eine FORERUNNER 310XT zu.

Hinsichtlich der Robustheit und Lebensdauer beider Uhren kann ich nur eines sagen:

TOP!!!

Die FORERUNNER 305 funktioniert heute noch zuverlässig, obwohl sie bereits 10 Jahre auf dem Buckel hat. Ihren Dienst verrichtet sie nun allerdings nicht mehr an meinem Handgelenk, sondern bei einem Bekannten, dem ich die Uhr vor einigen Jahren verkaufte.

Navigation – klassisch oder modern

Vor knapp 3 Jahren standen meine ersten Solo-Langstrecken-Wanderungen in unbekanntem Terrain an. Somit  musste ich mich erstmals ausgiebiger mit dem Thema „Navigation“ auseinandersetzen.

Es gibt bekanntlich verschiedene Methoden der Navigation. Man kann es z. B.  ganz „old school“ machen und zur Karte (evtl. mit Kompass) greifen. Im Zeitalter der Technik funktioniert Navigation natürlich auch mittels GPS hervorragend.

Qual der Wahl

Ich entschied mich letztlich für die GPS-Navigation.

Nachdem diese Entscheidung getroffen war, begab ich mich auf die Suche nach geeigneten GPS-Geräten. Mir war anfangs nicht klar, welch riesige Auswahl an GPS-Geräten heutzutage für den Outdoor-Bereich vorhanden ist.

Man hat wortwörtlich die „Qual der Wahl“.

Mein Anspruch ans Gerät

Mir liegt das Handling von elektronischen Geräten nicht sonderlich. Somit musste meine zukünftige Outdoor-Uhr eine einfache Menüführung aufweisen.

Da ich bereits jahrelang mit den Grundfunktionen der FORERUNNER 305 und 310XT vertraut war, sollte mein neues Gerät ebenfalls von GARMIN sein.

Der Kreis potentieller Kandidaten schränkte sich somit etwas ein. Die nächste Entscheidung musste ich zwischen Uhr und Handgerät treffen.

Ich wollte auf jeden Fall auf einer digitalen Landkarte navigieren. Eine Routingfunktion (Kartenmaterial) war auch Pflicht.

Leider schieden hierdurchfast alle GARMIN-Uhren im Vorhinein aus. Sie nutzen keine digitalen Karten.

Engere Auswahl

Zunächst tendierte ich zum Handgerät, da ich bei GARMIN-Uhren nicht richtig fündig wurde. Mein Favorit bei den Handgeräten war das GARMIN GPSmap 64st.

Bei der Preisrecherche für das Handgerät GPSmap 64st stieß ich jedoch zufällig auf einen Testbericht der GARMIN EPIX.

Die dortigen Stichworte „Kartendarstellung“ und „Routingfunktion“ machten mich äußerst neugierig.

Harte Fakten

Laut der im Bericht aufgeführten Ausstattungsmerkmale sollte die GARMIN EPIX

  • digitale Karten nutzen können (z. B.  topographische Karten, OSM Maps …)
  • über einen barometrischen Höhensensor und einen 3-Achsen-Kompass mit Auto-Kalibrierung verfügen
  • ein vollwertiges Routing mit Einstelloptionen ermöglichen
  • und auch sonst eine üppige, sonstige Ausstattung (GPS + GLONASS, Vibrationsalarm, ANT+ Konnektivität, Multisportfunktionen, IQ-Apps, Aktivitätstracker …) aufweisen

Aufgrund der beschriebenen Nutzungsmöglichkeit von digitalen Karten war ich sogleich Feuer und Flamme.

Der Preis – nicht ganz unwichtig…

Alles hat seinen Preis                    

Etwas Ernüchterung hielt Einzug, als ich den Neupreis der EPIX bei diversen Anbietern sah. Die Uhr sollte neu zwischen 450,00 EUR und 550,00 EUR kosten.

Ich bin jemand, der auch gerne mal gebrauchte Dinge erwirbt. So kann ich – mit überschaubarem, finanziellen Einsatz – erst einmal schauen, ob der Gegenstand wirklich den erwarteten Nutzen für mich hat.

Bei EBAY fand ich recht schnell jemanden, der seine Uhr für knapp über 100,00 EUR abgeben wollte. Ich schlug kurzentschlossen zu und so wurde DerSchulle vor 3 Jahren Besitzer einer GARMIN EPIX.

GARMIN EPIX
Epix am Handgelenk

Theorie vor Praxis

Ich stelle mich bei der Nutzung von elektronischen Gegenständen meist nicht sonderlich geschickt an. Zudem verbringe ich nur ungern Zeit mit dem Studieren von Bedienungsanleitungen.

Ich erschrak zunächst, als ich das Benutzerhandbuch heruntergeladen hatte und mir etwas genauer anschaute.

Recht schnell wurde mir aber klar, dass ich vieles, was die Uhr kann, in der Praxis wohl eher nicht benötigen werde. Somit konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die Funktion der Navigation.

GARMIN EPIX
gespeicherte Strecken

Wahl des Kartenmaterials

Vor der Navigation wartet allerdings noch das Problem, dass man Kartenmaterial auf die EPIX bringen muss.

Zunächst heißt es: Geld bezahlen oder kostenloses Kartenmaterial nutzen

Da angebotenen Karten von GARMIN sind nicht gerade günstig. Daher informierte ich mich über das kostenlose OpenStreetMap (OSM).

Karteninstallation

Zunächst benötigt man eine Bezugsquelle für die kostenlosen OpenStreetMap-Daten.

Nach einiger Recherche landete ich auf der Seite „garmin.opentopomap„. Hier findet man routingfähige, kostenlose Karten für GARMIN-GPS-Geräte zu sehr vielen Ländern. Das dortige Karten-Angebot nutze ich auch heute noch.

   installierte OpenStreetMap-Karten

Die Karten werden einfach heruntergeladen und dann am Rechner auf die Uhr „verschoben“.

Eine sehr ausführliche, tolle Beschreibung zur Karteninstallation bei GARMIN-Geräten findet Ihr hier.

Routenplanung

Da ich das Portal GPSies bereits nutzte, war mir das Planen von Wanderrouten bereits bekannt.

GPSies
geplante Routen auf GPSies

Um die dort geplanten Routen auf meine Uhr zu bringen, benötigte ich noch das GARMIN-Programm BASECAMP. Dieses Programm kann man sich kostenlos herunterladen.

GARMIN BASECAMP
GARMIN Basecamp
     

Dann kann es auch schon losgehen:

  • Route auf GPSies planen
  • geplante Route von GPSies herunterladen
  • Uhr mit dem dazugehörigen Kabel (kein WLAN möglich) an den Rechner anschließen
  • BASECAMP starten
  • Heruntergeladene Route auf BASECAMP hochladen
  • In Basecamp die Route auf die Uhr spielen

Ist diese Vorgehensweise einmal verinnerlicht, geht das alles recht fix – sogar bei mir … 😉

GPSies
Fertige Route auf GPSies 
GPSies
Details der Route

Das Routing

Meine ersten Tests der GARMIN EPIX in der freien Natur verliefen erwartungsgemäß noch etwas holperig.

Die Uhr hat 5 Bedienknöpfe, mit denen man durch das Menü navigieren kann. Ein paar Dinge kannte ich bereits von der FORERUNNER 310XT. Die meisten Funktionen – gerade bei der Navigation – waren mir aber neu.

GARMIN EPIX
GARMIN EPIX

Ich musste zunächst einmal ein Gefühl dafür entwickeln, wie ich die Navigationsinfos der Uhr in freier Natur umzusetzen habe.

Nach ein paar Wanderungen wurden die EPIX und ich richtig gute Freunde! Siehe unter anderem HIER

Licht und Schatten          

  • Positiv finde ich vor allem die Stabilität des Satellitenempfangs, wenn man GPS + GLONASS aktiviert hat.
  • Positiv ist zudem die Anschlussmöglichkeit einer Powerbank, während man navigiert. So war mir ohne Navigationsprobleme die Teilnahme am EXTREM-EXTREM möglich. Mit einer Akku-Ladung wäre ich nicht ganz so weit gekommen, da man hier mindestens 30 Stunden unterwegs ist.
  • Positiv empfinde ich auch das akustische Warnsignal, wenn man von seinem Track abweicht. Somit erspare ich mir des Öfteren ein ärgerliches „Zurücklatschen“, wenn ich mit meinen Gedanken mal abschweife und nicht auf die Anzeige der Uhr achte.
  • Als Negativpunkt kann ich eigentlich nur die Größe des Touch-Displays anführen. Eine Kartendarstellung auf 1,4 Zoll kann man getrost als KLEIN bezeichnen. Es steht allerdings eine Zoom-Funktion zur Verfügung, weshalb sich dieser Punkt wieder einigermaßen relativiert. Man sollte allerdings keine ausgeprägte Sehschwäche haben – das wäre sicherlich problematisch.

Tolle Testberichte          

Wie eingangs bereits versprochen, erhaltet Ihr hier nun noch 2 Verlinkungen zu äußerst ausführlichen Tesberichten.

  1. navigation-professionell
  2. pocketnavigation                                              

Mein FAZIT

Die GARMIN EPIX ist wirklich eine tolle GPS-Uhr, deren Konzept mich absolut überzeugt.

Seid Ihr durch meinen Beitrag und die verlinkten Testberichte neugierig auf diese Uhr geworden?

Falls ja, macht es doch einfach wie ich und schaut, ob Ihr eine EPIX gebraucht erwerben könnt! 

„Der Sinn des Reisens ist es, an ein Ziel zu kommen. Der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.“ Theodor Heuss

Viel Spaß mit der EPIX und beste Grüße,

Euer Schulle

Hier ist Raum für Dich und Deine Gedanken!